Corona-Präventionstool von Swarm Analytics

Das junge Tiroler Unternehmen Swarm Analytics hat eine Möglichkeit gefunden, mit handelsüblicher Kameratechnik, cleveren Algorithmen und ohne nennenswerte IT-Hardware - also kostengünstig - Monitoringsysteme für Menschenansammlungen zu installieren. Personen können als bewegliche Motive anvisiert und ihre Wege verfolgt sowie bis zu einem gewissen Grad gelenkt werden. Was nach Überwachung klingt, ist aber bloß eine Methode zur Erfassung menschlicher Bewegungen in komplexen Umgebungen und in großen Gruppen – plus KI (künstliche Intelligenz) das Ziehen von Schlüssen daraus. Swarm Analytics kann mit seiner Software in Echtzeit Bewegungsströme erfassen und analysieren, nicht aber Menschen suchen oder erkennen. Daraus lassen sich jedenfalls blitzartig Maßnahmen ableiten, die Abläufe mit vielen beteiligten Personen zum besseren funktionieren bringen. Das hilft zum Beispiel in Einkaufszentren, beim Parkplatz Management, an Verkehrsknotenpunkten und im öffentlichen Verkehr. Das System von Swarm Analytics eignet sich erstklassig zur Corona-Prävention. Wo Abstände schrumpfen und Ansteckungsgefahr entsteht, weil Menschenmengen im Begriff sind sich zu bilden, erkennen die Algorithmen das und können rechtzeitig Alarm schlagen. Der geringe technische und finanzielle Aufwand macht die Sache für Betreiber zusätzlich attraktiv. Kameras hängen inzwischen ohnehin an so gut wie jeder Straßenecke. Die könnte quasi fast überall und von heute auf morgen ihre Präventionsarbeit aufnehmen.

 

Erste Kunden sind bereits auf den Zug aufgesprungen. Die Bergbahnen in Ischgl zum Beispiel, die das System zum Zählen und Lenken der Skifahrer verwenden wollten, können damit auch vor zu engem Zusammenstehen warnen und zwar immer exakt dort, wo es nötig ist. Der Salzburger Adventmarkt beim Dom plant einen Einsatz - falls er öffnen darf. Die Innsbrucker Stadtverwaltung hat das System schon im Sommer getestet und gleich 28 Lizenzen bestellt. Sollten die Christkindlmärkte der Stadt öffnen, wird dort Swarm Analytics Software Menschenansammlungen bereits im Entstehen erkennen können. Kitzbühel und auch St. Johann überlegen einen Einsatz. Swarm Analytics will nun kurzfristig von 13 auf 20 Mitarbeiter aufstocken. „Die Pandemie hat das Geschäft beschleunigt“, sagt Alge. „Bisher benötigten die Entscheidungen zum Ankauf ewig, nun geht es plötzlich sehr schnell.“ Auf Anonymisierung wird viel Wert gelegt: abgesehen davon, dass Gesichter nicht erkannt werden die aus den Kameras abgefragten Bilder werden alle 40 Millisekunden wieder gelöscht. Das Startup geht aus diesen Monaten als klarer Krisengewinner hervor.