Stimmungsbarometer in Zeiten von COVID


Die aktuelle Krise hat uns zwar überraschend getroffen, aber sie vereint uns auch. Als Netzwerk fühlen wir uns hier besonders in die Pflicht genommen. Deshalb wollten wir in ein Stimmungsbild zur Bereitschaft für Investitionen in Startups unserer Region schaffen. Dafür haben wir sowohl in unserem, als auch in den Netzwerken unserer Partner eine Umfrage dazu durchgeführt.


Die Ergebnisse sind für beide Seiten interessant: Auf der einen Seite sehen Investoren, dass sowohl erfahrene als auch unerfahrene bereit sind dieses Jahr zu investieren. Wir sehen es als unsere Aufgabe, dafür die Infrastruktur für eine professionelle und effiziente Abwicklung bereit zu stellen. Auf der anderen Seite erfahren Startups, in welchen Bereichen aktuell, von Seiten der Investoren, das größte Interesse besteht. 


Die positive Kernaussage: 73 Prozent der Befragten sind der Meinung, dass es weiterhin wichtig ist, in Startups zu investieren. Denn in Krisenzeiten sei es entscheidend, in Startups zu investieren, die Probleme in den betroffenen Branchen lösen.



Teilnehmer



Insgesamt haben an die 300 einzelne Investoren aller Gruppen teilgenommen, wobei private Investoren den größten Teil ausgemacht haben. Diese Gruppen sind nicht exklusiv zu sehen, ein VC kann also durchaus auch privat investieren. An dieser Stelle gilt unser Dank noch einmal allen, die so schnell eine so große Resonanz auf unsere Umfrage erzeugt haben.



Wie haben die Teilnehmer (ohne VCs) in der Vergangenheit investiert



Natürlich wollten wir wissen, wie die Teilnehmer vor der Krise investiert haben. Bei dieser Analyse haben wir bewusst VCs ausgeschlossen, da wir uns auf Privatpersonen konzentrieren wollten.

  • nur 11,5% der Teilnehmer haben noch nie zuvor investiert und
  • mehr als 15% haben bereits mehr als 10 Investitionen getätigt
  • ein Drittel hat zwischen 2 und 5 Investments


Insgesamt kann die Gruppe also als bereits recht professionell angesehen werden.



Unterschiedliches Verhalten je nach bestehender vergangener Investitionen


Je größer die bisherige Erfahrung, desto größer die Bereitschaft zukünftiger Investments. Die Am vorsichtigsten in diesem Umfeld sind diejenigen mit nur einer bestehenden Investition.
In diesem Jahr noch investieren wollen:

  • 73 Prozent, die noch nie zuvor investiert haben

  • 88 Prozent, die bereits mehr als 10 Investments haben

  • 50 Prozent, die erst ein Investment vorweisen können

  • durschnittlich 64.4 Prozent aller Umfrage-Teilnehmer






Diese Industrien sind die Gewinner der Krise


Natürlich wollten wir auch wissen, welche Industriezweige besonders profitieren und im Fokus der Investoren liegen. Hier fiel vor allem der starke Abstand von 60% vom ersten zum dritten Platz auf. Das liegt natürlich daran, dass die Industriezweige klar abgrenzbar sind als etwa die Domains, bei denen es sich lohnt, weiterhin parallele Strategien zu fahren.

Auf die Frage, welche Branche am meisten von der Krise profitieren wird, war die Antwort nicht wirklich überraschend. Natürlich landete hier der bereich ‘Healthcare’ deutlich auf Platz eins. Auch dass der Bereich Telekommunikation in Zeiten von social distancing weiter an Attraktivität gewinnt, ist naheliegend. Interessant ist aber, wie sich der dritte, Bereich entwickeln wird, den immerhin noch knapp ein Drittel der Befragten als besonders interessant ansehen: Business Services und HR. Viele Firmen spüren durch die aktuelle Situation natürlich den größten Druck, um endlich zu digitalisieren. Nun gilt es, hier auf die Services zu setzen, die echten Mehrwert bieten. (must have vs. nice to have)

Auch bei der Frage, welche branchenübergreifenden Domänen in den kommenden Jahren von der Krise profitieren werden, gab es wenig Überraschungen. Dass Plattformen einen noch stärkeren Boost bekommen, war durch das Aufkommen der lokalen Märkte schon absehbar. Unserer Einschätzung nach wird durch die aktuelle Situation zusätzlich ein stärkeres Bewusstsein für die Bedeutung lokaler Marktplätze geschaffen. Zudem werden diese dadurch bessere Chancen haben, gegen große Player zumindest lokal profitabel zu sein und dort zu existieren.



Auswirkung auf Startup Bewertungen


Klar ist, dass sich eine Krise immer auch auf die Bewertungen auswirkt.

  • der Großteil sieht diese in einer Schwankungsbreite zwischen 10 bis 40 Prozent
  • nur 12,9% denken, dass sich die Bewertungen nicht verändern werden
  • etwa gleich viele meinen, dass sie über 50 Prozent einbrechen werden


Hierbei darf jedoch nicht ganz außer acht gelassen werden, dass wahrscheinlich die meisten Investoren auch in normalen Zeiten einer Reduktion der Bewertung positiv gegenüberstehen hätten (außer, sie sind bereits investiert).



Imaginäres Investment


Eine unserer Hypothesen vor Start der Umfrage war, dass der Aktienmarkt und konservative Assetklassen aktuell wesentlich mehr Nachfrage haben würden als Startup Investitionen. Deshalb haben wir die hypothetische Szenario entworfen und gefragt, in welche Bereiche die Umfrageteilnehmer in den nächsten sechs Monaten investieren würden, wenn Sie eine Million Euro dafür zur Verfügung hätten. Und das Ergebnis stimmt uns zuversichtlich.



Zudem helfen uns die Ergebnisse, schneller und zielgerichteter zu reagieren – entweder, indem wir konkrete Partnerschaften eingehen und um die attraktive Cases weiterhin zu unterstützen.